Archiv für den Monat Februar 2013

Bericht vom Zwischenseminar (17. bis 22. Februar in Semarang)

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Hello again! 🙂

Am Freitag bin ich von meinem Midterm-Camp auf Java zurückgekehrt.
Das war mal wieder eine ganz schön weite Reise, ca. 2.500 km liegen Medan und Semarang voneinander entfernt, habe ich neulich nachgeschaut.

Die meisten anderen Freiwilligen wohnen jedoch in der Umgebung von Semarang. Nur wir vier von der HBM und eine dejavato-Freiwillige auf Sulawesi hatten so eine weite Reise.
Es kommt ja schon ein gewisses Urlaubsfeeling auf, wenn man morgens in aller Frühe aufbricht und zum Flughafen gefahren wird!

Fast hätten Marcus und ich unseren Flieger verpasst, denn gerade als wir uns entspannt zum Frühstücken niedergelassen hatten, wurde unser Flug aufgerufen!

In Semarang haben wir viele neue Freiwillige kennen gelernt, die beim ersten Camp noch nicht da waren und aus vielen verschiedenen Ländern (Italien, Dänemark, Polen und den Niederlanden) kamen.
Es war sehr cool, die verschiedenen Projekte kennen zu lernen.
Außerdem haben wir über bisherige Erfahrungen und Erwartungen für die nächsten Monate im Freiwilligendienst gesprochen. Viele haben gesagt, dass sie sich nun sicherer in der Kultur fühlen und ihre Mitarbeit weiter vertiefen wolllen.
Als „Indonesischprüfung“ haben wir eine Volkssage als Theaterstück vorspielen müssen, in dem jeder mindestens einen Satz sagt. Das Indonesische war für Marcus und mich kein Problem, aber ich habe mir fies den Fuß gestoßen, als der böse Prinz mich entführt und über die Türschwelle geschleift hat 😀 Nun ja.
Am Ende wurden beide Gruppen als Sieger geehrt.
Neben anderen Diskussionen über Interkulturelles Lernen und Pläne nach der Heimkehr waren wir am Exkursionstag noch Raften und haben Borubudur, einen buddhistischen Tempel aus dem 9. Jahrhundert besichtigt, der zum Weltkulturerbe gehört. Leider hat es sehr doll geregnet, sodass ich froh bin, dass ich noch einmal dahin fahren werde, wenn meine Mama und meine liebe Schwester in ein paar Wochen zu Besuch kommen.

An unserem freien Tag in Semarang habe ich mich mit einer Freundin getroffen, die in Jakarta studiert und 2010/2011 einen Schulaustausch in Deutschland gemacht hat.
Es war toll, sie wiederzusehen und inzwischen sogar ihre Sprache zu können. Wir waren mit ihren Eltern in einem Restaurant in den Bergen essen und haben danach einen alten niederländischen Bahnhof aus der Kolonialzeit besichtigt, in dem schon viele Filme gedreht wurden.
Vor dem Gebäude stand eine alte Lokomotive, die in Chemnitz gebaut wurde!
Abends haben wir noch in den 20. Geburtstag einer anderen Freiwilligen hineingefeiert und ich habe mich von einigen Volunteers verabschiedet, deren Zeit in Indonesien sich schon dem Ende zuneigt, da sie z.T. nur etwa ein hales Jahr bleiben.

Als ich am nächsten Tag zu Hause angekommen bin, fand ich eine Email mit meinem Rückflugdatum!
Am 28.8. bin ich wieder bei Euch in Deutschland!

Ein aufregendes Gefühl, ich freue mich sehr auf diesen Tag. Trotzdem nehme ich aus dem Seminar mit: Ein halbes Jahr war zum Teil schon auch eine harte Eingewöhnungsphase und jetzt geht der Spaß noch einmal richtig los!
Ich bin happy hier.
Es grüßt Euch,

Eure Sophie

Bilder bei Dropbox: Eine bunte Sammlung

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https://www.dropbox.com/sh/mlw8ts2jljoiqbx/V-VpxgnTy9

Liebe Leute,

könnt Ihr diesen Link öffnen? Ich hoffe es!
Das ist eine Bildersammlung, die mein Kollege Marcus erstellt hat. Ihr findet sowohl Bilder aus Bali, von unseren Ausflügen als auch von unseren Schülern und Freunden hier, die wir beide gemacht haben.
Viel Spaß damit!

Nachtrag: Wir und die Andachten

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Hallo nochmal,

hier kommt unsere topaktuelle neue Aufgabe: Der Englischunterricht, den wir geplant hatten, gestaltet sich schwierig, weil irgendwie keine Termine da sind (montags ist zum Beispiel Musikgruppe…wie soll man da schon Englischunterricht geben können? :-)), sodass ich jetzt versuche, wann immer es geht mit interessierten Kindern Englisch zu sprechen und zu wiederholen, aber seit letzter Woche wurden wir mit einer besonders edlen Aufgabe betraut: Marcus und ich helfen jetzt bei den Morgenandachten. Marcus montags mit dem Direktor zusammen und ich dienstags (morgen das erste Mal…) mit dem Chef der Schlafhäuser, dem Hausmeister sozusagen.
Unsere Aufgaben? Bibelstelle lesen, Anfangsgebet sprechen.
Die Morgenandachten sind wie folgt aufgebaut:
1. Lied
2. Gebet zur Vorbereitung auf die Lesung
3. Lesung aus der Bibel
4. Kleine Predigt/ Erläuterung zu der Bibelstelle sowie einige Ansagen und z.T. Motivation und Belehrung der Schüler (Beispiel: Sagt keine schmutzigen Wörter, etc.)
5. Gebet und Vaterunser
6. Lied oder Segen (nur vom Direktor, der Pastor ist)

Ich bin mal gespannt…
Einmal musste ich vorm Unterricht beten und hab mich versprochen, da wurde ich eiskalt ausgelacht von einem Schüler.
Tischgebete klappen dagegen schon ganz gut und einige Lieder kann ich auch anstimmen.

Wir und die Andachten…na, mal sehen 🙂

Apa lagi? Was noch? Musim demam…die Fieberzeit

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Hallo ihr Lieben,

hier noch eine Geschichte aus der letzten Woche.

Im Moment schwingt das Wetter in Indonesien um. Wir befinden uns im Übergang von der Regenzeit zur Trockenzeit. Es wird heißer und Regengüsse kommen seltener, dann aber gleich das volle Programm: Donner, Sturm, Stromausfälle von bis zu sechs Stunden Länge, etc.
Obst und Gemüse sowie Gewürze sind z.T. wegen Missernten o.Ä. sehr teuer geworden, die Leute klagen.

Diese Umstellung macht einigen so zu schaffen, dass sie krank werden und einige unserer Schüler haben hohes Fieber bekommen. Drei Mädchen wurden ins Krankenhaus aufgenommen, eine davon mit der Diagnose Typhusfieber.
Sie haben Infusionen bekommen, Tabletten und Saft, deren Wirkstoffe ich nicht identifizieren konnte.
Natürlich wurden gleich auch wieder Erklärungen für ihr besonders schlimmes Erkranken gesucht: Zu wenig getrunken, Reis nicht aufgegessen, rohe Instantnudeln naschen…na, kein Wunder 🙂
Ich selbst habe mit Ibu Ida, einer Betreuerin und Mitarbeiterin hier, eine Nacht im Krankenhaus bei den Kids verbracht. Es müssen nämlich immer Angehörige anwesend sein, was mir bei der Ankunft im Krankenhaus logisch erschien. Ab und zu schaut eine Schwester herein, drückt auf der Infusion herum, hängt eine neue dran, spricht den Kindern gut zu, misst Blutdruck und Fieber, etc. Ansonsten ist eher Flaute. Ein Arzt kommt nicht jeden Tag, sodass die Kinder einen Tag länger auf ihre Entlassung warten mussten und sich furchtbar gelangweilt haben. Ich wurde oft gefragt, ob das in Deutschland auch so sei und manchmal waren meine Kolleginnen etwas genervt von der Situation und ließen mich dauernd die Schwestern rufen, damit sie nach den Kindern sehen.
Für mich war dieses Krankenhausabenteuer eine interessante Erfahrung: Alle Putzfrauen starren mich an, während ich die Kinder füttere (wow, ein weißer Mensch), Katzen laufen in die Krankenzimmer, ich helfe, die Bettwäsche zu wechseln…es hat irgendwie Spaß gemacht, auch, wenn ich danach sehr müde war, weil ich in der Nacht bei Licht im Krankenzimmer schlafen musste, es mega stickig war und überall mückenherumschwirrten und die Kinder dauernd auf Toilette mussten und gerufen haben.

Inzwischen sind alle wieder einigermaßen fit und die Kinder in meinem Haus essen fleißig ihren Reis auf, weil sie Angst haben, auch krank zu werden.
Was dann nicht so lustig war: Sie füttern auch die kleineren, die nicht so eifrige Reisesser, dafür umso stärker im Chips futtern sind.
Leider ging das neulich etwas in die Hose. Als ich mit den Kleinen beim Abendessen allein war, hatte es ein Mädchen etwas zu gut mit unserer Kleinsten gemeint und stopfte ihr Reis rein, bis der letzte Bissen dann wieder rauskam….mir wurde leicht flau im Magen.
Aber auch sie ist wieder topfit und alle sind gut drauf. Denn Indonesier sind hart und Müdigkeit, Krankheit, etc. machen sie zwar besorgt, aber ein Lächeln ist immer drin.

Das als kleine Geschichte für Euch.
Bald fange ich meinen zweiten Rundrief an.

Ich denk an Euch,
Eure Sophie