Archiv für den Monat April 2013

Neuigkeiten

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Hallo meine lieben Leserinnen und Leser 🙂

 

ich wollte Euch einmal von meinen Erlebnissen in den letzten Wochen berichten.

Wir waren in den letzten Wochen zweimal am Tobasee, womit die Anzahl unserer Ausflüge dorthin sich verdoppelt hat. Das erste Mal fuhren wir mit den Schülern der Berufsschule, die eine Bekannte von uns auf dem Gelände unterrichtet, das zweite Mal mit Ketut, dem Leiter der Dejavato Foundation. Das ist die Organisation in Semarang, die uns hier in Indonesien betreut.

Beide Male hab ich das Schwimmen im See sehr genossen und ordentlich Farbe bekommen. Die Begegnung mit den Schülern der SMK war sehr interessant und da es ihre Abschlussfahrt war, fühlte ich mich sehr an meine Abizeit erinnert.

Mit Ketut war es ebenfalls sehr lustig. Vorher war er an der Schule und hat den Unterricht besucht sowie einen Vortrag über seine Organisation gehalten und mit uns über die verstrichene Zeit reflektiert. Es ist immer wieder toll, mit jemanden durch die Schule zu gehen, der sie nicht so gut kennt wie ich inzwischen. Man ist so stolz auf die Kinder, wenn sie etwas Kluges oder Schlagfertiges zu einem Fremden sagen und die eigene Sicht auf das Geschehen wird gewissermaßen aufgefrischt.

Außerdem wurde ich wieder einmal daran erinnert, wie vielfältig Indonesien doch ist. Ketut ist Zentraljavaner, die meisten Leute hier dagegen gehören zum Stamm der Batak, vorherrschend Toba-Batak.

Obwohl ich Ausländerin bin, bin ich in vielerlei Hinsicht vertrauter mit der Batakkultur als er. Andersherum war es ein richtiges Highlight, dass einige Leute hier ein bisschen Javanisch sprechen können und es stolz „vorführten“. Der Austausch kam also von allen Seiten, vollkommen unverkrampft und echt lustig.

Oft bemerkten die Kinder, dass er auch anders Indonesisch redet als wir. Das war ein bisschen peinlich, als meine Freundin Dean (Abschlussklasse und Yapentraschülerin) beim Laufen seinen Akzent nachmachte…und zwar nicht gerade überhörbar. Maruba (auch ein Schüler) dachte zunächst, er wäre Ausländer (immerhin steht er ja mit Marcus und mir in Verbindung) und bermerkte pikiert, dass sein Indonesisch ja fließender sei als meins, haha.

Alberki, auch ein Schüler hier, machte sich eine Freude daraus, dem Namen Ketut ein „n“ beizufügen (Kentut heißt Furz).

Doch Ketut trug es glücklicherweise mit Fassung und hatte viel Spaß mit den Kindern. Zum Abschied hat er einen Ulos (traditionelles Kleidungsstück der Batak, ähnlich wie ein Schal) bekommen und es wurde traditionelle Musik gespielt.

Nach einem Tag in Medan ist er dann wieder nach Hause geflogen.

Heute war ich mit Klasse 2 allein, weil die Lehrerin spontan zur Beerdigung ihrer Tante abberufen wurde. Obwohl die zwei Schüler sich schlecht konzentrieren konnten, hab ich mich (finde ich…) ganz gut geschlagen und versucht, mit ihnen Lesen und Schreiben zu üben.

Am Ende gings ne Runde spazieren um den Block und auf die Schaukel..ich bin nicht so streng 🙂

Nachmittags haben Dean und ich den Joggingrekord von 16 Runden ums Gelände geschafft (unser Ziel ist es, bis zu meiner Abreise 20 Runden zu schaffen). Danach hab ich trotzdem noch kurz mit Fußball gespielt und bin jetzt etwas platt, aber zufrieden mit meinem Tag.

 

Liebste Grüße,

Eure Sophie

 

Nochmal Ostern feiern

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Hallo ihr Lieben,

 

ihr glaubt es sicher nicht, aber hier wird morgen nochmal eine Osterfeier stattfinden, zu der 500 Leute erscheinen sollen…

Am Donnerstag hatten wir ein Meeting, in dem jeder Aufgaben zugeteilt bekommen hat.

Solche Treffen haben einen richtigen Rahmen. Einleitungs- und Abschlussgebet, Tee trinken und Protokoll führen gehören dazu. Krass, oder?

Eben war ich mit zwei Mitarbeiterinnen der Schule einkaufen: Bananen, Rindfleisch, Bohnen, Gewürzmischungen, Kokosraspeln, alles in unglaublichen Mengen.

Danach haben wir chinesische Nudeln gegessen und sind mit einer Rikscha nach Hause gefahren. Ich war ein bisschen beleidigt, dass der Fahrer mich schon mehrfach gefahren hat und immernoch fragt, ob ich Indonesisch kann…

Heute Mittag helfe ich beim Kochen und morgen teilen wir das Essen mit aus.

Hoffentlich schaffe ich heute Nachmittag noch meine versprochene Joggingrunde mit Dean, meiner süßen Sportfreundin, die gerade ihren Schulabschluss macht.

So viel für heute.

Ich grüß euch lieb!!!

 

Hohe Motivation

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Hallo ihr Lieben,

jetzt habe ich schon lange nicht mehr geschrieben…ich hoffe, es liest noch jemand meinen Blog 🙂 Schreibt doch mal einen Kommentar oder so.

Vom 15. bis zum 31.3. waren Mama und Luise hier und wir hatten eine schöne Zeit an der Schule, am Tobasee und in Jogjakarta.
Wir haben wirklich viel gesehen und zum Abschluss hier zusammen Ostern gefeiert mit einem Tag voller Gäste und Gottesdienste an der Schule.
Natürlich war ich traurig, als meine beiden Lieben wieder gegangen sind, aber es hat mir auch einen riesigen Motivationsschub für meine Arbeit gegeben.
Mama und Luises Kommentare und Ideen zu meinem Leben haben gewissermaßen einen frischen Wind in meinen Alltag gebracht.

Alles macht auf einmal nochmal doppelt so viel Spaß wie vorher. Meine Wäsche trocknet schneller, weil ich sie jetzt draußen aufhänge, ich lese den Kindern „Twilight“ vor (was auf Indonesisch ganz schön schwer ist), ich mache neuerdings Andachten und freue mich total darüber, ich gehe mit einer sportbegeisterten Schülerin joggen und vieles mehr.
Heute habe ich in der MDVI (multi disabled visually impaired) Klasse mitgeholfen und ein Springseil, einen Massageball und noch zwei andere Sportgeräte mitgebracht.
Das Lächeln des einen Schülers war so niedlich, als er versucht hat, Seil zu springen. Ich hätte nie gedacht, dass ihm das so einen Spaß macht.
Er hat gleich gefragt, ob er noch länger üben kann. Ich hoffe, er kommt nachher und holt sich das Seil, so wie ich es gesagt habe.
Es gibt noch so viel mehr zu erzählen, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll.

Gestern habe ich das erste Mal mit den Jungs Fußball gespielt. Irgendwie sind solche Aktivitäten hier manchmal echt strikt in Mädchen- und Jungskram unterteilt. Die Mädchen haben auch oft keine Lust, mitzuspielen, was ich irgendwie schade finde.
Dass „Miss Sopi“ dann dazu kam, sicherte Gesprächsstoff für den ganzen Abend, zumal ich sogar einmal umgerannt wurde und hingeflogen bin, was ich echt witzig fand. Der „Täter“ hatte aber ein echt schlechtes Gewissen und hat sich total oft entschuldigt. Dabei war es doch eigentlich meine Schuld, weil ich ihn ja sehen kann und er mich nicht. Naja, ich fand es eh nicht schlimm.

Nun ja, verehrte LeserInnen, das soll es für heute gewesen sein?
Seid ihr noch da? Ich hoffe es! Denn dieser Blog soll weiterleben, auch wenn ich schon wieder zu Hause bin.

Alles Liebe,

Eure Sophie