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Hallo ihr Lieben,

nach langer Zeit möchte ich euch mal wieder von den vergangenen Wochen berichten.

Leider ist mein Laptop kaputt gegangen und ich benutze zur Zeit den meines Kollegen. Der Mai ist schnell vergangen. Morgen bleiben mir noch drei Monate hier. Drei lange Monate und drei kurze Monate. Drei lange, weil ich meine Familie und mein Zuhause langsam wirklich doll vermisse und sehr oft an sie denken muss. Drei kurze, weil mir die Schule, mein Leben und die Leute hier, vor allem die Kinder, sehr doll ans Herz gewachsen sind. So sehr, dass ich noch nicht daran denken möchte, wie es sein wird, Abschied nehmen zu müssen.

Gestern haben wir einen Lehrer und seine Frau besucht, die beide ehemalige Schüler von Yapentra sind und sich dort kennengelernt haben. Sie wohnen mit ihren zwei Kindern nahe bei der Schule, etwas abseits vom Highway, dicht an wunderschönen Reisfeldern.

Es war sehr nett, auch wenn sie uns etwas in der Nachbarschaft „herumgezeigt“ haben, was nach zwei Stunden dann doch anstrengend wurde. Die Leute sind unglaublich interessiert, aber sie fragen doch immer das Gleiche.

„Was machst du hier?“, „Wie lange bist du schon/ noch hier?“, „Wieso kannst du so gut Indonesisch?“, „Kann ich deine spitze Nase haben und deine weiße Haut?“, „Was isst man in Deutschland?“, „Wie ist die Bildung in Deutschland so?“, „Was denkst du über Indonesien?“, „Bist du Christ?“, usw.

Fragen, die manchmal schwer zu beantworten sind und uns doch so oft gestellt wurden, dass man schon in einen Singsang verfällt, wenn man antwortet.

Ich begreife nicht, warum wir etwas soooo Faszinierendes darstellen, wenn wir in Jeans und T-Shirt über die Straße laufen und uns zu Tode schwitzen, aber vielleicht würde ich genau so reagieren, wenn ich noch nie im Leben einen Ostasiaten gesehen hätte und solche Gestalten nur aus dem Fernsehen kennen würde.

Oh, wo ich gerade bei Fernsehen bin….am Freitag kam ein Gast mit Essen, der Schauspieler in Jakarta ist und wir haben vorm Essen für seine Karriere gebetet. Es ist schon witzig, was für Leute man kennen lernt. Ein Gast neulich war eine chinesischstämmige Frau, die in Medan geboren ist und seit den 80ern in Köln wohnt. Toll, oder?

Wir waren sehr überrascht, als sie mit uns Deutsch gesprochen hat.

Am 14.06. fliege ich vor dem Endseminar nach Jakarta und besuche meine Freundin Disa, die 2010/2011 in Deutschland einen Schüleraustausch gemacht hat. Ich freue mich sehr, dass ich doch noch die Hauptstadt sehen werde.

Ihr Lieben, ich verspreche, dass dieser Blog sich zu Hause noch mit Bildern füllen wird. Es ist ja schon lange eindeutig, dass ich nicht zu den fleißigsten Bloggern gehöre, aber immerhin bekommt ihr ab und zu etwas von mir zu lesen, nicht wahr? 🙂

Ich denk an euch!

Gruß in die Ferne,

Sophie

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Fitness und Hundefleisch

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Hallo liebe Leser,

hier eine kleine Geschichte aus meinem Leben.

Heute Morgen bin ich nicht wie normalerweise am Freitag in den Englischunterricht gegangen, sondern habe eine Gruppe von Schülern mit meinem Kollegen und dem Sportlehrer zum Fitnessstudio begleitet. Einmal Training kostet 5000 Rupien, das sind weniger als 50 ct. Dementsprechend sieht es auch mit den Geräten aus, aber der Inhaber ist super nett und es macht echt Spaß, dort zu sein.

Ich finde es sehr schön zu sehen, wie sehr die Schüler es genießen, sich einmal richtig auszupowern und wir stehen gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Nach ein paar Runden auf Ergometer, Stepper und so weiter ging es zu Fuß in ein kleines Batakrestaurant. Eine zwielichtige Bretterbude an der Straße, in der wir einkehrten, um typisch Batak „B1“ zu essen. Hundefleisch.

Dazu gibt es Reis und eine Brühe mit Darm oder sowas und ein paar Karotten. Natürlich essen wir mit der rechten Hand, die man vorher in einer Schüssel mit Wasser „reinigt“. Klingt vielleicht eklig, aber die Innereien weggelassen eine echt schmackhafte Sache. Es schmeckt nicht anders als anderes rotes Fleisch und die emotionale Seite ist bei mir irgendwie auch nicht so stark ausgeprägt, was ich nicht gedacht hätte. Hunde, die ich kenne, würde ich trotzdem nie essen!

Auf Batak heißt es „Jaggal Biang“. Keine Ahnung, ob das richtig geschrieben ist.

Verschwitzt und satt sind wir mit dem Minibus nach Hause gefahren.

Danach hab ich zwei Schülerinnen geholfen, für die Uni zu lernen, indem ich ihnen aus einem Buch mit Kompetenztests zur Studienvorbereitung Aufgaben diktiert und diese anschließend korrigiert habe.

Danach war ich geschafft.

Eben waren wir beim Schulmanager und seiner Fau zum Wassermeloneessen eingeladen.

Das war mein Tag bis heute.

 

Ich grüße Euch ganz herzlich!

 

Eure Sophie

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Hallo meine lieben Leserinnen und Leser 🙂

 

ich wollte Euch einmal von meinen Erlebnissen in den letzten Wochen berichten.

Wir waren in den letzten Wochen zweimal am Tobasee, womit die Anzahl unserer Ausflüge dorthin sich verdoppelt hat. Das erste Mal fuhren wir mit den Schülern der Berufsschule, die eine Bekannte von uns auf dem Gelände unterrichtet, das zweite Mal mit Ketut, dem Leiter der Dejavato Foundation. Das ist die Organisation in Semarang, die uns hier in Indonesien betreut.

Beide Male hab ich das Schwimmen im See sehr genossen und ordentlich Farbe bekommen. Die Begegnung mit den Schülern der SMK war sehr interessant und da es ihre Abschlussfahrt war, fühlte ich mich sehr an meine Abizeit erinnert.

Mit Ketut war es ebenfalls sehr lustig. Vorher war er an der Schule und hat den Unterricht besucht sowie einen Vortrag über seine Organisation gehalten und mit uns über die verstrichene Zeit reflektiert. Es ist immer wieder toll, mit jemanden durch die Schule zu gehen, der sie nicht so gut kennt wie ich inzwischen. Man ist so stolz auf die Kinder, wenn sie etwas Kluges oder Schlagfertiges zu einem Fremden sagen und die eigene Sicht auf das Geschehen wird gewissermaßen aufgefrischt.

Außerdem wurde ich wieder einmal daran erinnert, wie vielfältig Indonesien doch ist. Ketut ist Zentraljavaner, die meisten Leute hier dagegen gehören zum Stamm der Batak, vorherrschend Toba-Batak.

Obwohl ich Ausländerin bin, bin ich in vielerlei Hinsicht vertrauter mit der Batakkultur als er. Andersherum war es ein richtiges Highlight, dass einige Leute hier ein bisschen Javanisch sprechen können und es stolz „vorführten“. Der Austausch kam also von allen Seiten, vollkommen unverkrampft und echt lustig.

Oft bemerkten die Kinder, dass er auch anders Indonesisch redet als wir. Das war ein bisschen peinlich, als meine Freundin Dean (Abschlussklasse und Yapentraschülerin) beim Laufen seinen Akzent nachmachte…und zwar nicht gerade überhörbar. Maruba (auch ein Schüler) dachte zunächst, er wäre Ausländer (immerhin steht er ja mit Marcus und mir in Verbindung) und bermerkte pikiert, dass sein Indonesisch ja fließender sei als meins, haha.

Alberki, auch ein Schüler hier, machte sich eine Freude daraus, dem Namen Ketut ein „n“ beizufügen (Kentut heißt Furz).

Doch Ketut trug es glücklicherweise mit Fassung und hatte viel Spaß mit den Kindern. Zum Abschied hat er einen Ulos (traditionelles Kleidungsstück der Batak, ähnlich wie ein Schal) bekommen und es wurde traditionelle Musik gespielt.

Nach einem Tag in Medan ist er dann wieder nach Hause geflogen.

Heute war ich mit Klasse 2 allein, weil die Lehrerin spontan zur Beerdigung ihrer Tante abberufen wurde. Obwohl die zwei Schüler sich schlecht konzentrieren konnten, hab ich mich (finde ich…) ganz gut geschlagen und versucht, mit ihnen Lesen und Schreiben zu üben.

Am Ende gings ne Runde spazieren um den Block und auf die Schaukel..ich bin nicht so streng 🙂

Nachmittags haben Dean und ich den Joggingrekord von 16 Runden ums Gelände geschafft (unser Ziel ist es, bis zu meiner Abreise 20 Runden zu schaffen). Danach hab ich trotzdem noch kurz mit Fußball gespielt und bin jetzt etwas platt, aber zufrieden mit meinem Tag.

 

Liebste Grüße,

Eure Sophie

 

Nochmal Ostern feiern

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Hallo ihr Lieben,

 

ihr glaubt es sicher nicht, aber hier wird morgen nochmal eine Osterfeier stattfinden, zu der 500 Leute erscheinen sollen…

Am Donnerstag hatten wir ein Meeting, in dem jeder Aufgaben zugeteilt bekommen hat.

Solche Treffen haben einen richtigen Rahmen. Einleitungs- und Abschlussgebet, Tee trinken und Protokoll führen gehören dazu. Krass, oder?

Eben war ich mit zwei Mitarbeiterinnen der Schule einkaufen: Bananen, Rindfleisch, Bohnen, Gewürzmischungen, Kokosraspeln, alles in unglaublichen Mengen.

Danach haben wir chinesische Nudeln gegessen und sind mit einer Rikscha nach Hause gefahren. Ich war ein bisschen beleidigt, dass der Fahrer mich schon mehrfach gefahren hat und immernoch fragt, ob ich Indonesisch kann…

Heute Mittag helfe ich beim Kochen und morgen teilen wir das Essen mit aus.

Hoffentlich schaffe ich heute Nachmittag noch meine versprochene Joggingrunde mit Dean, meiner süßen Sportfreundin, die gerade ihren Schulabschluss macht.

So viel für heute.

Ich grüß euch lieb!!!